Allgemeines

Sandstrahlen
Unter Sandstrahlen (engl. sandblasting, abrasive blasting), versteht man umgangssprachlich die Oberflächenbehandlung eines Materials oder Werkstücks (Strahlgut) durch Einwirkung von Strahlmittel. Eingesetzt wird dies  gegen Rost, Verschmutzungen, Farbe, Zunder und andere Verunreinigungen oder zur Oberflächengestaltung durch Mattierung.

 

Je nach Einsatz des Strahlmittels spricht man von folgenden Strahlarten:

Sandstrahlen (klassischen Sinn)
Früher wurde als Strahlmittel Quarzsand eingesetzt. Da durch das Strahlen mit Quarzsand schädliche Silikate freigesetzt wurden, werden heutzutage andere Strahlmittel eingesetzt. Heute spricht man nur noch umgangssprachlich von Sandstrahlen.

Glasperlenstrahlen
Durch das Strahlen mit Glasperlen wird eine plastische Verformung erreicht, die eine durchaus gewünschte Eigenspannung im Werkstück erzeugt und so die Oberflächenhärte und die Dauerfestigkeit deutlich erhöht. Die Oberfläche wird weniger aufgeraut als durch das Strahlen mit Sand oder Korund sondern eher mattiert.

Hartguss oder Stahlguss, kantig oder rund
Hartguss (kantig) wird meist zum Strahlen von Stahl zur Vorbehandlung zum Lackieren eingesetzt. Von Lackherstellern wird ein Reinheitsgrad von SA 2,5 vorgeschrieben. Dieser wird durch Hartguss erreicht.
Stahlguss (rund) wird zum Reinigungsstrahlen (Kugelstrahlen) von Werkstücken eingesetzt. Hierbei wird durch die Stahlkugeln Rost, Zunder aber auch kleinere Kanten gebrochen.

Korund
Korund ist ein scharfkantiges ferritfreies Strahlmittel. Es eignet sich, um Rost an Stählen zu beseitigen. Die Entfernung von Lacken gelingt sehr gut. Es wird hierbei eine sehr raue Oberfläche erzielt. Oft wird es zum Strahlen von Edelstählen eingesetzt, da es ferritfrei ist.
 

Je nach Ziel des Strahlvorgangs wird nach folgenden Arten unterschieden:


Verdichtungsstrahlen (Shot-Peening)
Shot-Peening ist ein wichtiges und vor allem aus Sicherheitsgründen unerlässliches Verfahren in vielen Industriebereichen. Hierbei wird ein Werkstück mit Stahlkugel beschossen, um die Druckeigenspannung zur Stabilisierung und Erhöhung der Lebensdauer zu erreichen.

 

Reinigungsstrahlen (Blast-Cleaning)
Zum Reinigungsstrahlen sind kantige Strahlmittel und auch kugelige Strahlmittel einsetzbar.

Reinigungsstrahlen erfolgt meist als Vorbereitung für eine anschließende Beschichtung. Gewünscht ist eine homogene, schmutzfreie Oberfläche mit einer bestimmten Rauheit, die einer neuen Beschichtung eine gute Haftgrundlage bietet.

 

Reinheitsgrad (Stahl)
Von Institutionen wurden Standards für die Oberflächenvorbereitung von Stahl (Reinheitsgrade) definiert. Die Oberflächenvorbereitung dient einer meist nachfolgenden Beschichtung.

In Europa hat sich die Klassifizierung nach dem Schwedischen Standard durchgesetzt. Die deutsche Norm DIN 55 928 sowie die ISO-Norm 8501-1 entsprechen der Klassifizierung nach dem Schwedischen Standard.

Die häufigste Klassifizierung ist:

SA 2 ½ – „Near White Blast Cleaning“

Die Oberfläche ist definiert als frei von jeglichem Öl, Fett, Schmutz, Zunder, Rost, Korrosion, Oxiden, Farbe und sonstigen Fremdkörpern. Nur leichte Spuren oder Verfärbungen durch Rost oder Zunder und leichte, festhaftende Rückstände von Farbe oder Beschichtung dürfen verbleiben. Mindestens 95 % eines jeden Quadratzolls müssen frei von sichtbaren Rückständen sein und diese sollten auf nur leichte Verfärbungen, Flecken oder geringe Reste der genannten Substanzen beschränkt bleiben.

Eine Oberfläche nach Standard SA 2 ½ ist vergleichbar mit SP-10 (SSPC), NACE 2, Second Quality (britischer Standard).

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